Justiz ohne Grenzen: Eine positive Bilanz
Im Förderzeitraum von 2023 bis 2025 entstand mit Justiz ohne Grenzen erstmals ein europaweit einzigartiges Angebot: kostenlose juristische Erstberatungen auf Deutsch und Französisch für Rechtssuchende in der Grenzregion.
Der Bedarf an einer konkreten Anlaufstelle wurde durch eine gemeinsamen Feststellung des Zentrums für Europäischen Verbraucherschutz e.V. (ZEV), des Straßburger Gerichts, des Landgerichts Offenburg sowie der Rechtsberufe der Grenzregion zuvor eindeutig bestätigt:
Zu oft kam es vor, dass Bürgerinnen und Bürger ihre Rechte bei juristischen Problemen im Nachbarland nicht geltend machten, sei es aufgrund von Sprachbarrieren oder mangelnder Kenntnisse des Rechtssystems.
Ist deutsches oder französisches Recht anwendbar? Welches Verfahren kommt in Frage? Welches Gericht ist zuständig? Welche Kosten erwarten mich?
Im Rahmen von Justiz ohne Grenzen beantworteten zweisprachige AnwältInnen, NotarInnen und GerichtsvollzieherInnen diese und viele weitere Fragen.
Ein deutsch-französischer Rechtsstreit?
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Über 2.000 Anfragen zu deutsch-französischen Rechtsfragen
Die Zahlenbilanz des Projekts spricht für sich: In drei Jahren konnte Justiz ohne Grenzen über 2.000 individuelle Anfragen beantworten und über 800 juristische Erstberatungen organisieren.
90% der Rechtssuchenden, die Justiz ohne Grenzen genutzt haben, gaben an, mit dem Angebot zufrieden zu sein.
Eine von ihnen berichtet zum Beispiel:
“Genau diese Art der Unterstützung brauchte ich, um meine Rechte in Frankreich durchzusetzen.”
Die meisten Anfragen an das Projekt betrafen das Verbraucherrecht (z. B. Probleme beim Warenkauf), das Familienrecht (z. B. grenzüberschreitende Sorgerechtsstreitigkeiten) und das Arbeitsrecht (z. B. Jobkündigungen im Nachbarland).
Aber auch strafrechtliche, erbrechtliche und verkehrsrechtliche Fragen werden immer wieder an die Kontaktstelle herangetragen.
Ende Dezember 2025 ist das Projekt zu seinem planmäßigen Ende gekommen. Die wichtige Anlaufstelle wird seither mit dem Projekt Justice Bridge 2026 weitergeführt.
Sieg beim Wettbewerb Interreg Slam
Im März 2025 gewann Justiz ohne Grenzen den Wettbewerb “Interreg Slam” der Europäischen Kommission. Dieser würdigt herausragende grenzüberscheitende Projekte, welche die europäische Zusammenarbeit und Kohäsion stärken und einen spürbaren Unterschied machen.
Seit zehn Jahren wird der Preis an Interreg-geförderte Projekte verliehen und stezt anstelle von klassischen Präsentationen auf ein lebendiges Bühnenformat, inspiriert von Poetry Slams oder TED Talks.
Justiz ohne Grenzen konnte dabei aufzeigen, wie das Projekt durch seine Arbeit das Leben der Menschen in Deutschland und Frankreich konkret verbessert.
Wir machen weiter!
Justiz ohne Grenzen verzeichnete eine kontinuierlich steigende Nachfrage, die auch nach dem offiziellen Projektende anhielt. Deshalb ist es entscheidend, Bürgerinnen und Bürgern mit dem Projekt Justice Bridge 2026 des Zentrums für Europäischen Verbraucherschutz e.V. (ZEV) weiterhin einen verlässlichen Ansprechpartner für deutsch-französische Rechtsfragen zur Verfügung zu stellen.
Justice Bridge 2026 ist mit seiner deutsch-französischen Kontaktstelle für Justizfragen in der Grenzregion somit die logische Weiterentwicklung des erfolgreichen Interreg-Projekts Justiz ohne Grenzen.
Es unterstützt Bürgerinnen und Bürger durch:
- Erstberatungen mit zweisprachigen AnwältInnen, NotarInnen und GerichtsvollzieherInnen
- Beantwortung von Fragen zum französischen Rechtssystem
- Orientierung zu den sogenannten vereinfachten europäischen Gerichtsverfahren
Alles Wissenswerte erfahren Sie in unserem FAQ über Justice Bridge 2026.
Wie wurde Justiz ohne Grenzen finanziert?
Das deutsch-französische Rechtsshilfeprojekt wurde unterstützt von:
- der Europäischen Union über das Programm Interreg Oberrhein,
- dem Ministerium der Justiz und für Migration Baden-Württemberg
- dem Ministerium für Ernährung, Ländlichen Raum und Verbraucherschutz Baden-Württemberg
- dem französischen Ministerium für Europa und Äußeres
- der Région Grand Est
- der Collectivité européenne d’Alsace
- der Stadt und Eurometropole Straßburg
- dem Conseil Départemental d’Accès au Droit du Bas-Rhin
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