Deutschlandkorb und steigende Lebensmittelkosten: was ein Blick nach Frankreich uns verrät

  Aktualisiert am  12 March 2026

Viele Menschen spüren die Preisanstiege in ihrem Geldbeutel. Um Verbraucherinnen und Verbraucher gezielt zu entlasten, hat die SPD kürzlich den Vorschlag für einen „Deutschlandkorb“ gemacht. Das Zentrum für Europäischen Verbraucherschutz (ZEV) wirft einen Blick auf die Erfahrungen Frankreichs und stellt eine praktische Beobachtungsstelle vor, die politische Entscheidungsträger unterstützt.

Gefüllter Einkaufswagen steht im Gang eines Supermarkts
Steigende Preise belasten viele Haushalte beim Einkauf / (Bild:stock.adobe.com/monticellllo)

Was verbirgt sich hinter dem Deutschlandkorb?

Mit dem „Deutschlandkorb“ sollen die Preise bestimmter Grundnahrungsmittel freiwillig begrenzt werden. Der Vorschlag stößt auf unterschiedliche Reaktionen. Während Verbraucherinnen und Verbraucher mögliche Vorteile sehen, zeigt sich der Handel bislang zurückhaltend. Ein Konzept aus Griechenland gilt als Vorbild. Konkrete Details zur Umsetzung in Deutschland fehlen jedoch noch. Auch das Nachbarland Frankreich hatte bereits eine ähnliche Aktion für günstigere Grundnahrungsmittel umgesetzt.

Der französische „Anti-Inflationskorb“

Ende 2022 startete das französische Wirtschaftsministerium eine Initiative, um Haushalte von steigenden Lebenshaltungskosten zu entlasten.

Aufgrund der nachdrücklichen Bitte der Regierung stellten große Handelsketten definierte Warenkörbe für den täglichen Bedarf zusammen und boten die Produkte so günstig wie möglich an. Auch über den vom Staat geforderten Zeitraum hinaus blieben einige Produkte zum Kostenpreis verfügbar. In Frankreich setzte man damit bewusst auf Freiwilligkeit und Wettbewerb.

Eine Beobachtungsstelle als konstanter Ansprechpartner

Das „Observatoire de la formation des prix et des marges des produits alimentaires“ (OFPMPA) ist eine staatliche Einrichtung, die die Preisbildung und Gewinnspannen von Lebensmitteln analysiert.

Als staatliche Einrichtung ist die OFPMPA dem französischen Wirtschafts- und Landwirtschaftsministerium unterstellt. Jährlich legt die Beobachtungsstelle dem Parlament einen Bericht mit objektiven Bestandsaufnahmen vor, der den Regierungsausschüssen unter anderem als Grundlage für Gesetzesdebatten dient.

So war die OFPMPA beispielsweise eine wichtige Informationsquelle für die Evaluierung der EGalim-Gesetze zur gerechteren Entlohnung der Landwirtschaft.

Warum ein deutsches Pendant sinnvoll wäre

Die Stärke der Beobachtungsstelle OFPMPA liegt in ihrer Funktion als Informations- und Referenzpunkt. Jakob Thevis, stellvertretender Vorstand des ZEV, empfiehlt ein ähnliches Modell für Deutschland:

„Eine vergleichbare Beobachtungsstelle in Deutschland würde Transparenz in der Preisbildung ermöglichen und eine neutrale Informationsquelle für Politik, Wirtschaft sowie Verbraucherinnen und Verbraucher schaffen.“

Pressekontakt

Tina Hinault
E-Mail: hinault@cec-zev.eu